Wie wichtig ist Erholung im Triathlon? By Brett „the doc“ Sutton

übersetzt von Dirk Peter Neumann – trisutto coach europe

Über die Jahre hinweg wurde ich von vielen Experten missverstanden, die sich nicht einmal die Zeit genommen haben, unsere Trainingscamps zu besuchen, um zu sehen, was wir tatsächlich tun. Aber ich habe mit vielen großartigen Trainern gesprochen und diese besucht, welche alle eine der wichtigsten Eigenschaften besitzen, die sie zu DEM Trainern macht – und das ist…. Neugier.

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Sie sehen sich meine Ergebnisse an und fragen warum?

Um im Triathlonsport Erfolg zu haben, gilt eines meiner wichtigsten Prinzipien: Erholung und Regeneration! Das wird vom überwiegenden Teil der Triathleten und Experten lächerlich gemacht.

Lasst uns also mit den Grundaussagen beginnen, die ich schon vor mehr als 45 Jahren von meinem Vater eingetrichtert bekam. Die Aussagen, die mich an die Spitze des internationalen Coachings in jeder von mir betreuten Sportart brachten und hielten:

BELASTUNG + REGENERATION = ANPASSUNG = HÖCHSTLEISTUNG

HINGEGEN

BELASTUNG + BELASTUNG = ÜBERTRAINING = SCHLECHTE LEISTUNG

Was willst Du für deine Athleten? Dass meine Freunde ist eine einfache „Wissenschaft“!
Lasst es uns also auch einfach und klar halten. Ich glaube, wenn es keine Erholung gibt, kann es keinen Fortschritt geben.

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In unserem Sport bestehend aus 3 Elementen (Ironman 5) ist die Erholung ein sehr kompliziertes Unterfangen. Also muss man den Sport kennen. Kann Regeneration/Erholung in einem Bereich stattfinden, während an einem anderen hart gearbeitet wird? Meine Gedanken sind ein sehr klares JA! Kann man regenerieren/erholen, wenn man müde ist? JA!
Das Puzzel welches es für jeden Einzelnen zu erarbeiten gilt, ist, wie viel Belastung ausreichend ist, um die Leistung zu steigern, und die Menge an Ruhe, die dafür benötigt wird.

Hier wird es kompliziert, denn das hängt von 3 Dingen ab:

  1. Fitness des Athleten
  2. Alter des Athleten
  3. geistige Leistungsfähigkeit des Sportlers


Wird eines der 3 Dinge falsch angesprochen, behindert man die Fähigkeit, die Leistung auf dem höchsten Niveau abzurufen.

Ein Coach muss sich individuell auf jeden Einzelnen einstellen und auch im Laufe seiner Karriere immer wieder anpassen. Anpassungen, die im Laufe der Zeit vorgenommen werden, können bedeuten, dass ein Athlet, der am besten mit einer geringeren Belastung trainiert hat, nach 3 Jahren zusätzliche/höhere Belastung benötigt, um ein höheres Niveau zu erreichen. Wenn der Athlet lange genug bei Dir ist, wirst Du erkenne, dass der Athlet mit zunehmendem Alter besser wird und sich weiter verbessert, indem man die Belastung anpasst, um wieder weniger zu machen.

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Wenn man das liest, denkt man vielleicht, ich versuche zu verwirren, aber es ist so kompliziert. Deshalb gibt es nur wenige Meistertrainer in einem Meer von Mittelmäßigkeit. Es ist eine Tatsache, dass jeder Sportler ein anderes Stresslevel hat und das auch noch schwankt. Ein guter Trainer findet das und „manipuliert“ es dann. Erholung ist das Werkzeug, um es zu kontrollieren.

Der nächste Job für den Trainer ist es, das Level zu finden, um den Athleten davon zu überzeugen, dass dies das Beste für ihn ist. Was körperlich am besten ist, stimmt vielleicht überhaupt nicht mit den psychologischen Fähigkeiten / Anforderungen einiger Athleten überein. Ich habe viele Athleten gesehen, die großartige Dinge gemacht haben, nur weil sie zu ihren Ergebnissen getreten und geschrien wurden. Nicht, indem man sie härter trainieren lässt, sondern indem man sie zur Erholung zwingt, die sie nicht wollen, um sie vor sich selbst zu schützen.

IMG_20170319_164705_011.jpgEines meiner größten Probleme ist, dass Sportler ihre Belastungs-Schwellenwerte nicht kennen, selbst nachdem sie großartige Leistungen erbracht haben. Ihre Angst besteht darin, dass das „viel hilft viel“ Syndrom extrem in ihren Köpfen verankert ist, und es braucht nur ein Wort oder eine Leistung von einem Konkurrenten, um ihre Alarmglocken läuten zu lassen, „ich muss so viel mehr tun“. Wir, bei trisutto, bauen jeden Tag etwas Erholung in unser Training ein.

Hier sind drei Beispiele für Trainingsprogramme, die ich gerade erst 5 Minuten bevor ich dies hier niedergeschrieben habe, an die Seriensieger in meinem Team geschickt habe:

  • Ich möchte, dass du zum Schwimmbad fährst – dort 20 Minuten läufst, anschließend 200m schwimmst und dann 15 Minuten in den Spa gehst
  • Ich möchte, dass du mit deinem Citybike zum Pool fährst. Wenn Du Dich langweilst, fahren noch 20 Minuten extra und gehe ganz locker 400m schwimmen. Anschließend noch etwas in den Spa und dann fährst Du nach Hause.
  • Coach, ich kann nicht nichts tun. Es macht mich verrückt! Einmal Training am Tag ist nichts für mich.

Dann ok, ‚Wie wäre es mit einem Lauftag. 3 Läufe, was denkst du?

Coach, das hört sich fantastisch an, wie soll es aussehen?

20 Minuten vorm Frühstück. Maximal 20 Minuten vor dem Mittagessen. Und wenn du dann immer noch das Bedürfnis hast was zu tun, dann nochmal 20 Minuten vor dem Abendessen. “

Dies sind echte trisutto-Trainingseinheiten und werden allen dreien helfen, bessere Athleten zu werden.

Erholung ist alles. Deine Aufgabe als Sportler ist es, sie – die Erholung – einzubeziehen. Die Aufgabe des Trainers ist es herauszufinden, wie viel Erholung. Wenn man einigen etwas zu viel Erholung gibt, langweilen sie sich; und so bin ich ein Meister der Tarnung, um Athleten Erholung zu geben, während sie glauben, dass sie trainieren.

svømfrankfurt-00-00-33-761.jpgWenn man Belastung diskutiert, tendieren die Menschen dazu, nach der roten Linie zu suchen. Wir nicht. Die rote Linie ist für anaerobe Ereignisse. Triathlon (ausgenommen dem neuen Team-Format) ist ab dem Start aerob. So suchen wir nach der weißen Linie. Und das ist für mich B.A.P. – Best Aerobic Pace (das beste aerobe Tempo). Gemeinsam mit der Belastung ist es das, was ich suche. Wir machen viel B.A.P. wenn unser Körper dafür bereit ist. Die Erholung, die wir uns vorher gegönnt haben, ermöglicht uns dies.

Hier noch ein Satz zum Ironman (Langdistanz). Der Schmerz ist kein Schmerz, es ist anhaltendes Unbehagen. Wenn das Training richtig gemacht wird, ohne Schmerzen, kannst du viel gewinnen. Der Schlüssel ist Beständigkeit. Nicht, wie hart du gehst ist entscheidend. Ich denke, wenn du zu hart trainierst, wird es deine mögliche Ironman-Leistung sehr begrenzen.

Und zu guter Letzt, werde ich genau so enden, wie ich angefangen habe:

BELASTUNG + REGENERATION = ANPASSUNG = HÖCHSTLEISTUNG

BELASTUNG + BELASTUNG = ÜBERTRAINING = …..

http://blog.trisutto.com/the-importance-of-recovery/

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