Brett Sutton – Trisutto Das Trainingslager der etwas anderen Art

Interview mit Brett, St.Moritz im August 2017 – published in Tri Time September 2017 

Brett (Sutton), Du bist für Deine zum Teil unorthodoxen Trainingsmaßnahmen und –ansichten bekannt. In den letzten Jahren hast Du interessierten Altersklassenathleten nicht nur in Wochenendseminaren Einblick in Deine Philosophie gegeben, Brett, Du und Dein Team bieten auch zunehmend Trainingslager an, beispielsweise auf Mallorca. Worauf wird besonders Wert gelegt?

mallorcasvømlørdag_0172-00-00-10-682Brett: Wir sehen Triathlon als EINE Sportart und nicht als drei Sportarten. Wir sind keine Schwimmer, wir sind keine Radfahrer und wir sind keine Läufer – wir sind Triathleten! Das ist das erste was vermitteln. Weiterhin schauen wir jeden Einzelenen individuell an und finden eine Technik die für den Einzelnen auch passt, vorausgesetzt, der Athlet möchte das. Beispiel: ein Kerl mit 190cm und 80kg kann ich nicht die gleiche Technik schwimmen lassen wie eine zierliche Frau mit 160 und 50 kg. Deshalb trennen wir bei sehr vielen Einheiten auch Frauen und Männer.

TT: Welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer mitbringen? Der Name Brett Sutton kann bei einigen ja „Angst und Sorge“ vor extrem harten Trainingseinheiten hervorrufen!

Brett: (lacht) : Nein, nein bitte ganz entspannt. Wir haben „Newbies“ genauso wie erfahrene Teilnehmer in useren Camps. Es wäre sicher gut, wenn man 100m am Stück kraulen könnte und bereits Erfahrung hat um auf einem Rad mit Klickpedalen zu fahren. Es sind alle herzlich willkommen.

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TT: Gibt es einen groben Ablaufplan, der für alle Camps Gültigkeit besitzt? Wenn ja, wie sieht der aus!

Brett: Das hängt auch von der Location und dem Wetter ab. Aber sicherlich haben wir ein gewissen Plan. Zum Beispiel: treffen wir uns um 8:00 zum Radfahren „hillreps“ (Anmerkung: kurze Bergintervalle mit einem dicken Gang und niedriger Herzfrequenz) ca 1:15h . Danach Frühstücken mit friends und family. 11:00 Talk 12:00 Schwimmen und am Nachmittag 2 Radeinheit z.b. 4x5k TT oder individuell, je nach Leistungsstand. Abends gemeinsames Essen.

TT: Du hast gerade Talks angesprochen. Gibt es Vorträge zur trisutto-Trainingsphilosophie, zur Ernährung, Material, Gesundheitsvorsorge etc?

Brett: Ja, natürlich. Es gibt zu allen Themen Vorträge, auch aus dem „Nähkästchen…“ Nicole Spirig kommt beispielsweise zu vielen Vorträgen wenn sie mit im Camp ist, weil sie überzeugt davon ist immer wieder noch etwas neues zu hören, was sie bisher nicht kannte.

TT: Stichpunkt Pro´s. Sind aktuelle/ehemalige Profis auch vor Ort? (wenn ja, bei welchem Camp)

Mallorcacamp20182-00-07-02-12.jpgBrett: Das hängt immer auch von der Jahreszeit und dem Ort ab. Aber in der Regel sind einige aus meinem Kader vor Ort, die übrigens grundsätzlich auch das trainieren was die Campteilnehmer machen, ggf. etwas weniger intensiv.. So sollte man nicht überrascht sein, wenn ein Olympic oder World Champion neben einem auf der Bahn schwimmt oder läuft oder die Radrunden auf dem Rad mitfährt. Und man kann natürlich auch mit ihnen reden.

TT: Guter Stichpunkt Rad. Wie erfolgt bspw. die Gruppeneinteilung beim Radfahren?

Brett: Die meisten Einheiten gestalten wir so, dass alle, egal welches Niveau sie haben, zusammen fahren können. Beispielsweise haben wir einen Rundkurs mit wenig bis gar kein Verkehr auf dem wir schnelle Runden fahren und oder auch Wechseltraining machen. Eine Runde easy, eine Runde schnell (5-7min) und dann in die Laufschuhe springen (3-4min). Bei längeren Ausfahrten gibt es Assistants und bei max 12 Teilnehmern ist eine individuelle Aufteilung eher leichter.

TT: viele Teilnehmer anderer Camps rühmen sich mit hohen Kilometer- und Höhenmeterangaben … so auch bei trisutto?

Brett: (lacht wieder) Ja, das sehen wir immer wieder , wenn wir in den gleichen Hotels sind wie andere Camps. Die Teilnehmer zerstören sich regelrecht in den Tagen und merken meist nicht, dass für sie der erste Teil der Saison gelaufen ist. Bei uns werden alle gefordert, sehr sogar, aber niemand zerstört. Wir trainieren meist öffters am Tag mit hoher Qualität und Pausen dazwischen. Wenn die Teilnehmer nach Hause kommen, können sie mit den neuen Impulsen gleich weiter trainieren und müssen nicht erst Urlaub vom Camp machen.

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DPN: Bist Du bei allen Camps vor Ort?

Brett: Nein, das ist praktisch unmöglich. Falls ich nicht im Camp bin, wird es von erfahrenen und von mir ausgebildeten Trisutto Coaches geleitet, welche die Total Body Force Philosophie transportieren und vermitteln können. Da können alle sicher sein, dass ich niemanden an den Pool stelle der nicht weiß was er da tut.

Besten Dank für das Interview!

 

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