Vorsicht vor dem Frühjahrs-Trainingscamp

Mallorca11-00-11-42-300von Brett Sutton (übersetzt von DPNewman)


Wenn wir uns so langsam dem Monat März nähern, richten engagierte Ausdauersportler ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Frühjahrstraining.


Zu dieser Jahreszeit sehen wir viele Altersklassen- und Profi-Athleten, die dem europäischen und nordamerikanischen Winter entkommen wollen, um außerhalb der Saison in wärmeren Gefilden dem einen oder anderen Camp beizuwohnen. Kaum drei Wochen nach Weihnachten und schon hatte ich drei meiner eigenen Profi-Athleten, die im Rahmen von Sponsor- oder Teamaufgaben an solchen organisierten Camps teilnahmen.


Obwohl das gut ist, finde ich oft, dass die Trainingspläne bei diesen kleinen Ausflügen eins gemeinsam haben:
In Vorbereitung auf die Sommersaison und -rennen, bringt sich jeder Einzelne jetzt schon mit Übertraining um!!!!!!!!!!

Meine Profi-Athleten wurden lange Zeit von den Altersklassen-Campteilnehmern belächelt, da sie nicht als die harten Arbeiter gesehen wurden, die sie erwartet hatten. In der Tat, einige kommen mit der Beobachtung, dass meine Jungs überhaupt nicht so hart sind und „vielleicht kein gutes Jahr haben“, basierend auf dem, was sie im Camp gesehen haben.
Das ist Musik in meinen Ohren. Die Wahrheit ist, dass ich meinen Jungs nicht erlauben werde, das organisierte Training in diesen Camps zu machen, weil das Training, das man in einigen dieser Camps sieht, einfach völlig verrückt ist.

 

Mallorcasvøm10-00-01-48-200-01Lasst es uns mal näher betrachten:
Altersklassenathleten zahlen viel Geld, um weg von zu Hause in einer wunderschönen Umgebung mit „warmem“ Wetter und hervorragenden Trainingsmöglichkeiten zu trainieren. Man muss sich um nichts kümmern, nur essen, schlafen und trainieren, Seite an Seite mit einigen der besten Athleten in diesem Sport ohne Ablenkung. Es sollte ein Trainingsparadies sein.
Abgesehen davon, dass fast alle Athleten daran glauben, dass sie so hart schwimmen müssen, dass sie beim Abendessen kaum noch ihre Messer und Gabel halten können. Oder dass sie so viel Rad fahren müssen, dass ihre Nackenmuskulatur Mühe hat, ihre Köpfe nicht in den Spaghettiteller fallen zu lassen. Beim Gang zum Frühstück, wenn sich bei jedem Schritt die Beine nicht müde und übersäuert anfühlen, dann habe ich nicht alles gegeben.


Ich versuche hier nicht übermäßig hart zu sein. Natürlich willst du hart trainieren. Ich versuche jedoch wirklich, den Leuten, die in den nächsten 3 Monaten ein Camp gebucht haben, einen Rat zu geben, so zu trainieren, dass sie in besserer Form nachhause kommen, als sie angereist sind


Wenn du normalerweise drei Mal pro Woche zu Hause schwimmst und im Camp jetzt 7-10 Mal schwimmen gehst, wirst du dein Schwimmen nicht verbessern, sondern sicher LANGSAMER werden und womöglich sogar eine Schulterverletzung riskieren.

 

Wenn Du Dich aufgrund des Winterwetters mit 100-150 km Rad fahren (pro Woche) fit gehalten hast und jetzt im Camp 400-500 km oder mehr (pro Woche) auf dem Rad sitzt, wird auch das dich LANGSAMER machen. Gleiches gilt fürs Laufen neben dem zusätzlichen Risiko von Knieverletzungen oder einer Vielzahl anderer lauf- oder radspezifischer Verletzungen, die ich bei zufriedenen, aber entweder langsameren, verletzten oder krank!!! zurückgekehrten Altersgruppencampern Jahr für Jahr sehe.

Es ist eine großartige Sache, im Winter eine 7-tägige oder 10-tägige Pause einlegen zu können. Das ist es wirklich. Nutze sie jedoch dazu, um dich vom Stress von Arbeit, Familie und Training zu erholen. Genieße das Training in der Sonne statt in Deinem Keller oder auf dunklen, matschigen Straßen und genieße die Freiheit zu trainieren, wann Du willst. Denn der Athlet, der diese Einstellung annimmt, wird nach Hause gehen, den Rest des Winters/Frühjahrs, das Training in der ersten Saisonhälfte meistern und vor allem durch sein frühes Warmwettertrainingslager sowohl physisch als auch psychisch gestärkt angehen.

 

Das ist doch der eigentliche Grund, warum du überhaupt in ein Camp fahren solltest?

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